Laudatio

Labsa erhält für sozial-räumlich-partipazifes Engagement das Transformance-Gütesiegel

Labsa ist hier und da, auf der Schwelle und mittendrin. Labsa ist Jung und Alt, zart und unbequem. Labsa ist Klang, Welt und kreativ ohne viel Geld. Labsa ist Glitzer, Labsa ist shiny -Labsa hat Substanz. Labsa ist anders, Labsa ist Tanz. Labsa ist laut, Labsa ist leise. Labsa ist auf eigene Weise. Demokratisch, visionär – keine Köpfe bleiben leer. Labsa ist nicht nur ein Labor für sensorische Annehmlich­keiten, sondern, wie der Musiker Ralf Stemmer es auf den Punkt gebracht hat: „ein Labor für Verständigungspro­zesse“. Anderssein, offen sein, voneinander Lernen und dabei aktiv an der Gestaltung der städtischen Umgebung teilzuhaben ist das Credo des transnationalen Ensembles. Fragen des Miteinanders werden hier ergebnisoffen ver­handelt. Scheinbar private Ängste, Unsicherheiten dürfen Raum nehmen und werden somit in ihrer gesellschaftlichen und politischen Dimension selbstbewusst thematisiert und künstlerisch aufgearbeitet. Der Fokus liegt dabei auf dem partizipativen Prozess, der Gleichberechtigung und Ausein­andersetzung. Jede*r gibt hinein, was er oder sie mitbringt und so entstehen Stücke, Gerichte, Räume und Teilhabe. Etwa beim gemeinsamen „Family Food“ oder dem Arbeiten an einer gesellschaftlichen Zukunftsvision in „Our Common Future“. Auch das „Schlaflabor“ soll hier genannt werden in dem die Beteiligten das Politische des Schlafes untersu­chen und ihn als politische Strategie gegen die endlose und zermürbende Produktivitätsverbissenheit des Kapitalismus nutzen. Labsa wendet sich auch dem scheinbar „anderen“ hin und bietet Kulturworkshops in Gefängnissen an. Mit künstlerischen und partizipativen Mitteln bedeutet Labsa Transformance: Gesellschaftlicher Wandel wird per­formativ gelebt, nachhaltig und ganzheitlich gestaltet zum Wohl Aller.

10.12.2021, Johanna Buderath, Sina-Marie Levenig, Matthias Schäfer und Stefanie Schmidt
Seminarleistung der Studierenden im Seminar ARDEAS der FH Dortmund