Mittwochs um 18:00 Uhr trifft sich das TRANSNATIONALE ENSEMBLE LABSA zu wöchentlichen Proben. Die Erfahrung der Akteure aus unterschiedlichen gesellschaftlichen, religiösen und politischen Zusammenhängen bildet oft die Grundlage der Bühnen- und Videoarbeit. Wir erzählen Geschichten und erproben Begegnungen, die der herausfordernden und oft schmerzvollen Komplexität der Gegenwart gerecht werden.

 

„Ich lebe in einem Land, in dem ich beim Vorstellungsgespräch auf die Bedeutung meines Bartes angesprochen werde. Wenn ich sage, es ist wegen der Religion, gibst Du mir keine Arbeit; wenn ich sage, es ist Mode, glaubst du mir nicht. Was soll ich jetzt machen?“ Abdellah Chouaikh (Ensemble Mitglied)

Produktionen

Hier gibt es einen Überblick über gelaufene und aktuelle Produktionen



Sorry, ich muss schlafen!

Recherche - Labor- szenische Installation

Der Zustand der Welt derzeit ist Wahnsinn, der Kapitalismus spaltet, beutet aus und macht die Menschen müde; vor Überfluss an Wohlstand oder Erschöpfung durch Ausbeutung. Unsere diesjährige Theaterarbeit widmet sich dem Thema Schlaf. Das Wissen darüber ist eng verwoben mit der Geschichte der Arbeit und der Alltagskultur, der Geschichte sozialer Konflikte und neuer Techniken. Wie der schlafende Mensch in seiner Zeit beschrieben, erklärt oder bebildert wird, hat immer einen entscheidenden Einfluss auf das Menschenbild in dieser Gesellschaft. Uns interessiert hier vor allem das Widerstandspotential des Schlafs in einer neoliberalen 24/7-Welt. Momentan arbeiten wir in folgenden Räumen:

 

Recherche

Während der Recherche ist uns eine möglichst direkte Überführung vom Leben in das Theater und vom Theater in das Leben wichtig. Indem wir im Schlaf aus dem Alltag heraustreten, eröffnen sich neue, radikal persönliche und für andere unzugängliche Räume des Fühlens, des Phantasierens, des Erinnerns und Wissens. Diese Räume betretten wir in dem wir in wöchentlichen offenen online Proben* auf Menschen treffen, die bereit sind ihre Träume mit uns zu teilen. Wir sammeln und lassen diese Dinge gemeinsam erklingen. Weiterhin wird dieser offene theatrale Raum durch analoge Proben* in privaten Wohn- und Schlafzimmern diverser Bürgerïnnen erweitert. Denn der Mensch schläft, um sich zu erinnern, zu genießen, zu fühlen, zu lernen, zu kommunizieren, zu hinterfragen und zu kritisieren. Und wofür arbeiten wir?

 

*offene online Proben - jeden Montag um 19:00 Uhr

*analoge Proben in privaten Wohn- und Schlafzimmern (Einladung unter info@labsa.de)

 

*Von + mit: Abdullah Moradi, Abe Jalloh, Amir Hosseini, Amir Jafari, Anna Buchta, Anna Hauke, Betty Schiel, Emilia Hagelganz, Mo Abdelaziz, Naomi Cosma Rüttgers, Ralf Tibor Stemmer, Seratu Bah, Yacouba Coulibaly, Zofia Bartoszewicz *Projektparter: GrünBau gGmbH *Gefördert durch das Landesbüro für Darstellende Künste NRW und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, sowie dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

 

Labor

Das Schlaflabor, das den Schlaf mit der Frage nach Arbeit und Produktivität konfrontiert ist das Atelier der Traumweberinnen, die beeindruckende modische Kleidungsstücke und fiktive Figuren entwerfen. Das Labor ist die gesamte Zeit für Publikum zugänglich, das zum Mitarbeiten eingeladen wird. Hier kannst du in gelöster Atmosphäre unter professioneller Anleitung einer bezahlten Produktionsarbeit nachgehen und dabei fast beiläufig üben, sich mehr und mehr zu entspannen. Und zwar ohne die eigene Produktivität weiter steigern zu müssen. Dieses Schlaflabor ist vielmehr ein Schutzraum vor der unbehausten Welt. Hier werden Situationen ermöglicht und Objekte hergestellt, die sich den Anforderungen der müdemachenden Produktionssteigerung und des immerwährenden socializings entziehen und widersetzen. Immer wieder werden wir uns bemühen, Effizienz, Ordnung und Funktionieren mit den Mitteln des Schlafs in die Schranken zu weisen. Der  Schlaf an sich ist produktiv. Um auch diesen unsichtbaren Anteil an Arbeit sichtbar zu machen, führen wir den schlafenden Körper als gesellschaftsrelevant ein. Die gemeinsame Arbeit schließt mit einer Performance ab.

 

Nächster Termin: Favoriten Festival in Dortmund 17.-20. September 2020

*Von + mit: Abdullah Moradi, Abe Jalloh, Amir Hosseini, Amir Jafari, Anna Buchta, Anna Hauke, Asmeret Aynom, Aurica Rostas, Betty Schiel, Celia Hickey, Chantal Baumann, Ciobana Trifan, Clara Gabo, Emilia Hagelganz, Gabi Lincan, GrünBau gGmbH, Halima Ibrahim, Hbret Brhane, Heike R., Heike W., Heymanot Tesfay, Ibrahim Barrie, Jowhanna Tesfagergis, Karsten G., Mo Abdelaziz, Naomi Cosma Rüttgers, Nicole Z., Peter B., Ralf Tibor Stemmer, Seratu Bah, Stephanie Müller, Yacouba Coulibaly, Zofia Bartoszewicz *Projektparter: GrünBau gGmbH & Wohnhaus Hirtenstraße/ AWO Dortmund * Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und das Kulturbüro Stadt Dortmund

 

Szenische Installation

Der szenische installative Raum knüpft an die Erfahrungen von Menschen deren sozioökonomischer Status stark dazu beiträgt, wie sie schlafen und was sie träumen. Texte, Kostüme, Musik, Objekte und Figuren sowie dokumentarisches und fiktionales Material zur Erarbeitung der Installation entstammt aus der vorangegangener Recherchephase, sowie dem Labor zum Projekt. In dem Raum begegnen sich migrantisierte Körper, Körper mit körperlichen und geistigen Besonderheiten, systemrelevante Körper, schlafende Körper, Körper die beobachten, abwesend sind oder sich ihrer Körperlichkeit nicht entziehen wollen oder können.

 

*Von + mit: Abdullah Moradi, Abe Jalloh, Amir Hosseini, Amir Jafari, Anna Buchta, Anna Hauke, Asmeret Aynom, Aurica Rostas, Betty Schiel, Celia Hickey, Chantal Baumann, Ciobana Trifan, Clara Gabo, Emilia Hagelganz, Gabi Lincan, GrünBau gGmbH, Halima Ibrahim, Hbret Brhane, Heike R., Heike W., Heymanot Tesfay, Ibrahim Barrie, Jowhanna Tesfagergis, Karsten G., Mo Abdelaziz, Naomi Cosma Rüttgers, Nicole Z., Peter B., Ralf Tibor Stemmer, Seratu Bah, Stephanie Müller, Yacouba Coulibaly, Zofia Bartoszewicz *Projektparter: GrünBau gGmbH & Wohnhaus Hirtenstraße/ AWO Dortmund * Gefördert durch das Landesbüro für Darstellende Künste NRW und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, sowie dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

 


My Heritage! DNA positv-DNA negative

Theater & open Workshop/ Premiere 22.02.2019

"...meine DNA langweilt mich!"

Für 65€ kann man seine genetische Herkunft mit einem DNA-Test untersuchen lassen. Einige Darsteller*innen des Transnationalen Ensemble Labsa haben die Möglichkeit wahrgenommen. Andere haben sich dagegen entschieden. DNA positiv – DNA negativ. Das Fremde und Vertraute in uns erscheint in Prozentzahlen in dem animierten Video von My Heritage. Unser Genom wird darin nach den Regeln der Firma auf wenige Parameter herunter gebrochen. Wir sind DNA-Tourist*innen auf der Suche nach den eigenen Ichs.

 

Die Gen-Schere CRISPR-Cas9 ist bereits voll im Einsatz. Wir befinden uns mitten in einer komplexen Recherche und werden im Gen-Test gezwungen, das Kästchen für Mann oder Frau anzukreuzen. In unseren Köpfen entdecken wir andere Kästchen: Wir und die anderen, ich und sie, er und ihr. Schnell nehmen wir Seiten ein und positionieren andere.

 

DasTransnationale Ensemble Labsa lädt das Publikum zu einem szenisch-theatralen Abend im Zuge seiner DNA-Recherche ein. Wir bieten eine sinnlich-ästhetische und persönliche Reise zum eigenen und fermden Chromosom.

 

Open Workshop: Wir freuen uns darüberhinaus, mit Euch in die Gedanken und Fragestellungen des Instituts für ungeschminkte DNA-Forschung einzutauchen, um gemeinsam nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner in der Zelle zu suchen.

 

Dekolonisier dich selbst!

 

Beteiligte Künstler*innen: Seratu Bah, Yacouba Coulibaly, Haptom Fesaha, Betty Schiel, Eymen, Zofia Bartoszewicz, Emilia Hagelganz und Musiker*innen: aniYo kore

 

Das Projekt wurde gefördert durch das Landesbüro für Darstellende Künste NRW und Interkultur Ruhr


L'empereur - Hunde, Gold und andere kleine Geheimnisse der Macht

Theater/ Premiere am 4.12.2018

Foto: Björn Hickmann

Wenn wir heute über das globale Dorf der Politik nachdenken, dann fallen uns sofort Worte wie Korruption, Machtkampf oder private Bereicherung im Amt ein. Eine wunderbare, dichte, frische, mit ewigen Blüten besetzte Hecke wächst heute nicht nur in armen Ländern um die Paläste von politischen Machthabern, sondern auch in den reichen, sogar um ganze Staaten und Kontinente. Dorthin strömen die Anderen um die Paradiesvögel zu bewundern.

Das aktuelle Stück des Transnationalen Ensemble Labsa ist eine freie Aneignung der literarischen Vorlage L'empereur von Richard Kapuszinski. Mit großem Willen für ein Theater der flachen Hierarchien und viel Charme verhandeln die Performer_innen ihr ganz persönliches realpolitisches Leben – irgendwo zwischen einem afrikanischen Kaiserhof und der Tanzfläche eines zwielichtigen Nachtclubs.

Real existierende Macht- und Ohnmacht-Erlebnisse, Bedrängnisse durch Armut und Reichtum, die ihre Schatten auf uns werfen, setzen eine Suche nach Licht frei. Durchdrungen von Club- und Livemusik kombinieren die Künstler_innen Rap, Tanz, Bilder und Theater-Welten, um diesen Transkultural Life Art Market zu erspüren.

Performancekader
Von und mit: Abe Jalloh, Amir Mohammad Hosseini, Anna Buchta, Emilia Hagelganz, Haptom Fesaha, Ibrahim Barry, Mohammed Yousef, Rana Bagci, Seratu Bah, Slawa Al Ali,Teresa Leónidas, Yacouba Coulibaly
feat. Bath Kanza (Sapeur), Diam’s Diakate (Coupé Décalé Tänzer), Eymen (Rapper), Jonas Apenouvon (Tänzer), Leonel Cassule (Sapeur), Radosław Lis (Tänzer), Ralf Tibor Stemmer (Multi-Instrumentalist/ Soundscaper), Wojciech Kozak (Tänzer), Zofia Bartoszewicz (Improvisations-Sängerin)

 

Premiere

Ort des Geschehens ist passenderweise die Tanzfläche des Dortmunder Nachtclub Oma Doris, der dem ein oder anderen Feierfreudigen vielleicht noch als Tanzcafe Hösels bekannt ist. Es wird funky und rebelisch -  traut euch und taucht ein!


Refugee Talks - Whats up with that?

Theater/ Premiere 2018

Das Transnationale Ensemble Labsa beschäftigt sich unablässig mit Emigration, die sowohl nach innen wie auch nach außen stattfindet. Auf der Bühne begegnen sich Held*innen der erfolgreichen Migration aus Indien, Russland, Polen, Sierra Leone und Elfenbeinküste. In fünf Monologen thematisieren sie was passiert, wenn es schwierig wird den Bedürfnissen nach Sicherheit und Selbstentfaltung gerecht zu werden und man als „Problem“ identifiziert wird.

 

Auf der Bühne: Seratu Bah, Zofia Bartoszewicz, Yacouba Coulibaly, Yogesh Gawas, Emilia Hagelganz

Regie: Zofia Bartoszewicz & Emilia Hagelganz

 

Das Projekt wurde realisiert im Rahmen des Projektes "Refugee Talks"


Place To Be: Shared

Musiktheater/ Premiere 2017

"Kontinent, Stadt, Land, Gesellschaft: Die Wahl ist nie groß und nie frei.

Und hier - oder dort... Nein. Hätten wir daheimbleiben sollen, wo immer das sein mag?"

 

Uns beschäftigt die Frage nach dem Place To Be im Spannungsfeld zwischen neuer und alter Heimat. Ein Sehnsuchtsort und ein realer Ort hier und da, ein Ort zwischen Erinnerung und Hoffnung, ein Ort, an dem sich Fragen der Gemeinschaft, Zugehörigkeit und Gesellschaft stellen. Was bedeutet der Place To Be für jeden Einzelnen, was bedeutet er für uns gemeinsam?

 

Diesen Fragen gehen wir mit den künstlerischen Mitteln von Theater und Tanz, Text, Musik und Film auf die Spur und finden im ganz Individuellen etwas, das uns alle berührt, das wir wieder erkennen, etwas, das wir verstehen können, an dem wir teilhaben und mitfühlen können und unsere eigene Geschichte im Anderen sehen.

 

Place To Be: Shared ist ein Ort des Zusammenseins, an dem wir alte und neue transkulturelle Geschichten erzählen, hören und sehen.

 

Auf der Bühne: Demaj Faton/ Diakate Diams/ Jafari Amir/ Barry Oumar/ Negasi Tsegai Helen/ Coulibaly Yacouba/ Alabboud Ammar/ Bah Seratu/ Hosseini Amir Mohamed/ Ahmadi Samir/ Rahimi Ali/ Jalloh Abe/ Fesaha Haptom/ Habibullah Alizola /Mishko Rogash/ Yogesh Gawas/ in Abwesenheit von Merih Eyasu

Musik: Jan-Philipp Alam, Ralf Tibor Stemmer, Zofia Bartoszewicz

Projektkoordination: Anna Buchta

Künstlerische Leitung: Lena Tempich und Emilia Hagelganz


Hannah & Amir (Video/ 2017)


Black Box Merih (Video/ 2017)


Sugar Snap Paradise

Musiktheater/ Premiere 2016

Foto: Björn Hickmann

"Sind Sie glücklich? Wirklich?... Wir versprechen Euch das Glück! Kommt! Wir machen eine Reise auf einen neuen Planeten, auf dem all Eure Träume wahr werden... GRATIS!... Wer von euch ergreift die Chance?"

Eine zusammengewürfelte Gruppe folgt einem Glücksversprechen und reist auf einen fernen Planeten. Dort wartet ein alter unberechenbarer Dorfkönig und heisst sie Willkommen im "Sugar Snap Paradise". Diese Begegnung konfrontiert jeden mit seinem ureigensten Träumen.

Das Stück Sugar Snap Paradise handelt von Wünschen und Illusionen, von Begegnung mit dem Unerwarteten, vergessenen Königen, von Mut und der Frage nach dem eigentlich Wertvollen.

Das Stück arbeitet mit musikalischen und tänzerischen Mitteln, dem Spiel mit Masken, Objekten und Trickfilmen. Es entstehen surreale und atmosphärisch dichte Szenen, die oft tragisch und komisch zugleich wirken.

Spieler_innen: Fortune Waliza, Seratu Bah, Amir Jafari, Ahmad Reza Ashury, Abdellah Chouaikh, Yacouba Coulibaly, Helen Negasi Tsegai, Oumar Barry, Merih Eyasu, Bello Adamu Saibu, Faton Demaj, Mohamad Bangoura

Musik: Ralf Tibor Stemmer, Susanne Henning, Jan-Philipp Alam, Olivia Alam, Anwar Alam, Zofia Bartoszewicz

Projektkoordination: Anna Buchta

Künslerische Leitung: Emilia Hagelganz und Lena Tempich

 

In Kooperation mit GrünBau gGmbH Dortmund

Gefördert vom: der Stiftung Soziale Stadt Dortmund,  Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, Aktion Mensch


Wovon träumen wir... Nachts? (Trickfilme 2015)

*Vampire Empire

*Genie"

*Mein Hase

*Super Amir Land

*Wohnungssuche

*Sugar Snap TV - Folge 1 Fortune Waliza spricht über Fiktionsbescheinigung

*Sugar Snap TV - Folge 2 Fortune Waliza spricht über Nationalität

 

Mit: Fortune Waliza, Seratu Bah, Amir Jafari, Ahmad Reza Ashury, Abdellah Chouaikh, Yacouba Coulibaly, Helen Negasi Tsegai, Oumar Barry, Merih Eyasu, Faton Demaj, Mohamad Bangoura Musiker_innen: Ralf Tibor Stemmer, Susanne Henning, Jan-Philipp Alam, Olivia Alam, Anwar Alam

Künstlerische Leitung: Lena Tempich und Emilia Hagelganz

Kamera: Thomas Enbergs

Kamera und Schnitt: Lisa Domin

 

Gefördert vom: LWL/ "Partizipation und Demokratie fördern".